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initiiert und begleitet von den Kath. Dekanatsjugendreferenten, der KAB im Bezirk und der Kath. Regionalkonferenz
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Themenabend "Umgang mit Vielfalt - aber wie"

"Die Vision einer inklusiven Gesellschaft"


Tauberbischofsheim. Die Kolpingsfamilie, die Katholische Arbeitnehmer Bewegung (KAB) und das regionale Netzwerk für arbeitssuchende Jugendliche (LaBuMoTa) hatten zu einem Gesprächsforum mit Experten über das Thema: "Inklusion - Umgang mit Vielfalt, aber wie?" eingeladen. Fachleute, Schulleiter, Lehrkräfte und Amtsleiter berichteten von ihren Erfahrungen mit Inklusion in unterschiedlichen Bereichen.

Christiane Schäffner von der KAB wies in ihrer Begrüßung darauf hin, dass die Bundesrepublik 2009 das "Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen" der Vereinten Nationen, ratifiziert hatte. Dieses hat das Ziel, dass alle Menschen gleichberechtigt an der Gesellschaft teilnehmen können. Wie dieses Ziel zu erreichen ist, sollte an diesem Abend durch die anwesenden Experten beleuchtet werden.

Nach einem kurzen Spot über die Frage:" Was ist Inklusion", übergab Christiane Schäffner das Wort an den Moderator Günter Stauß, Leiter der Diözesanstelle Odenwald aus Buchen. Günter Stauß stellte nun die Forumsteilnehmer mit ihren Kernaussagen zum Thema "Inklusion" und ihre Aufgabengebiete vor.

Die Kernaussage von Tanja Rygiel, Sonderschuldirektorin der Florian-Geyer-Schule in Lauda, ist: "Ich bin froh, dass Eltern nun ein Wahlrecht zur Beschulung ihres Kindes haben."

Julia Fleckenstein, Sonderschullehrerin in inklusivem Klassen der Pater-Alois-Grimm-Schule in Külsheim ist der Ansicht: "Eine gemeinsame Beschulung von Schülerinnen und Schülern ist für alle gewinnbringend". Johanna Kernwein, Vorstandsmitglied im Verein Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung Main-Tauber-Kreis: "Es ist hinderlich, dass bei Inklusion ausschließlich an Schule gedacht wird. Meine Vision ist die einer inklusiven Gesellschaft. Alle gehören dazu, keiner bleibt draußen." Rosemarie Radke arbeitet als Integrationsfachberaterin im Auftrag des Integrationsamtes. Ihre Erfolgsbilanz weist mehr als 70 junge Menschen aus, die sie durch Qualifizierung und Begleitung in den allgemeinen Arbeitsmarkt vermitteln konnte. Sie teilt das Motto des Schweizer Pädagogen Pestalozzi: "Wenn der Mensch sich etwas vornimmt, so ist es ihm mehr möglich, als man glaubt." Joachim Uihlein war bis Juli Rektor der Pater-Alois-Grimm-Schule in Külsheim. Er hat in seiner Schule schon früh Kinder mit erhöhtem Förderbedarf aufgenommen. Er sagt: "Meine persönlichen Erfahrungen mit Heterogenität und Differenzierung in meiner eigenen Schulzeit, Studium und dann im Beruf haben mich immer in meinem Handeln bestärkt." Martin Frankenstein ist Amtsleiter des Jugendamtes. Er sagt: "Inklusion fordert Menschen mit und ohne Behinderung. Zugespitzt heißt das: Inklusion gibt es nicht exklusiv."

Dr. Michael Lippert, stellvertretender Jugendamtsleiter, sagt. "Wir haben etwa 50 Jahre lang ein funktionierendes, aber exkludierendes System aufgebaut. Wir sollten uns auf den Weg zur Inklusion machen, dürfen aber die Bedürfnisse der verschiedenen Akteure nicht außen vorlassen." Christian Wamser, Leiter des Schulverbunds am Wört in Tauberbischofsheim sagt: "Ob eine Beschulung an einer allgemeinbildenden Schule oder an einem Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum sinnvoll ist, muss abgewogen werden."

Klaus Wolpert, Sonderpädagoge an der Florian-Geyer-Schule in Lauda, unterrichtet in einem Lehrertandem. Er sagt: "Inklusion erfordert Mut und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Für gelingende Inklusion müssen aber die Rahmenbedingungen stimmen!"

Im zweiten Teil des Abends vertiefen die Diskussionsteilnehmer auf Fragen des Moderators Günter Stauß (siehe eigener Bericht). bsp

Fränkische Nachrichten, 27.11.2015

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