Lauda    
Buchen    
Mosbach    
Tauberbischofsheim    
Osterburken    
Walldürn    

Neu    
Presseberichte    

Links    
Gästebuch    




initiiert und begleitet von den Kath. Dekanatsjugendreferenten, der KAB im Bezirk und der Kath. Regionalkonferenz
| impressum | feedback | home |  

Gute Unterhaltung mit Zauberei und Büttenrede

Soli-Café - Bunter und fröhlicher Nachmittag im katholischen Pfarrheim Impfingen zugunsten der Migrationsarbeit bei "LaBuMoTa"


Impfingen. Unter dem Motto "Froh zu sein bedarf es wenig, doch wer froh ist, ist ein König" veranstaltete das "Soli-Café" einen bunten und fröhlichen Nachmittag im katholische Pfarrheim in Impfingen. Im Mittelpunkt des Programms standen eine unterhaltsame Magieshow des Zauberers Egon Kußmann aus Buchen sowie ein heiterer und satirischer Vortrag von Dr. Wolfgang Hänle über seine Zeit und Erfahrungen als Stiftungsrat der katholischen Kirchengemeinde St. Nikolaus in Tauberbischofsheim.

"Ich bin ein ehrlicher Schwindler, denn Zaubern heißt, die Leute zu betrügen", bekannte Kußmann zum Auftakt seiner Show, nachdem er zuvor eine kurze Einführung in die Historie und Welt der Zauberkunst gegeben hatte. Im Folgenden präsentierte der Magier eine ganze Reihe verblüffender und amüsanter Zaubertricks, die er mit zahlreichen Erzählungen und Geschichten zum Schmunzeln garnierte. Zudem zog Kußmann immer wieder Gäste bei seinen Zauberkünsten mit ein, was ebenfalls wiederholt für Heiterkeit sorgte.

Auf ganz spezielle Weise, nämlich passend zur Fasnachtszeit, mit Humor und Ironie als Büttenredner, referierte Dr. Wolfgang Hänle über Erlebnisse und Erfahrungen aus seiner rund 15-jährigen Zeit von 2000 bis 2015 als Stiftungsrat der Tauberbischofsheimer Pfarrgemeinde St. Nikolaus. "Wer keinen Stiftungsrat hat, kann auch einen Sack Zement nehmen, um Haushaltslöcher zu flicken", scherzte er.

Unter einem Stiftungsrat können man ein Gremium, eine Einzelperson oder ein Fortbewegungsmittel verstehen. Zum Beispiel beinhalte ein gleichnamiges Gremium "einen Haufen Besserwisser mit einem Pfarrer als Hirten". Zumindest in der Theorie, denn die Praxis sehe oft anders aus: "Der Hirte pfeift und die Herde bockt", erzählte Hänle. Heutzutage sei ein Stiftungsrat eine "Herde renitenter Stimmviecher, die gelegentlich schon mal auf ihren Hirten pfeifen". Aus Zeiten des früheren Spätmittelalters sei angeblich der Fall überliefert, dass damals ein in einer römischen Kirchengemeinde ein Stiftungsratsmitglied unter Mitnahme der Kasse auf dem Rad "stiften gegangen" sei.

Ein neues Mitglied eines Stiftungsrates müsse sich zunächst als "Stiftungsrats-Stift" bewähren. Als eine der wesentlichen Tätigkeiten eines Stiftungsrates nannte Hänle das Zählen des Kollekten-Geldes nach der Messe. "Das war wohl die wichtigste Änderung, die es in unserer Seelsorgeeinheit die letzten sieben Jahre gegeben hat", berichtete der Büttenredner. Ein essenzieller Grund dafür könne die Hoffnung sein, dass ein Stiftungsrat als Einzelperson gegebenenfalls etwas hinzu stifte, damit ein bestimmtes Sammelmindestergebnis erreicht werde. Im Falle einer Predigt über die "Tugenden der Sparsamkeit" sei es ratsam, die Kollekte vorher einzusammeln.

Er habe gelernt, dass "Sachkenntnis das Letzte" sei, was man für eine lebhafte Debatte benötige. "Warum immer gleich sachlich werden, wenn es auch persönlich geht?", lautete ironisch eine weitere Erfahrung. Anderseits gelte der Grundsatz: "Man muss Sachverhalte erst kennen, bevor man sie verdrehen kann".

"Stiftungsrat gewesen zu sein, war insbesondere angesichts des Geldmangels und vieler kirchlicher Probleme nicht immer einfach. Aber genau das hat mich bestärkt, in der Kirche zu bleiben", zog Hänle zusammenfassend ein Fazit. "Denn in einer Kirche, die so jemanden wie mich als Stiftungsrat ausgehalten hat, muss die wahre Kirche sein". Das geneinsame Singen von Volksliedern, begleitet von Egon Kußmann am Klavier, rundete musikalisch den fröhlichen Nachmittag ab, der zudem von einem geselligen Beisammensein umrahmt wurde.

Der Erlös der Veranstaltung geht für Migrationsarbeit an die Initiative "LaBuMoTa - Regionales Netzwerk für Arbeit suchende Jugendliche in der Region Lauda-Buchen-Mosbach-Tauberbischofsheim". Dazu stellte Elke Hunecke, Vorstandsmitglied von "LaBuMoTa", zwei junge, aus Afghanistan stammende Männer als Ehrengäste vor. Sie werden vom regionalen Netzwerk unterstützt und absolvieren eine Ausbildung als Kfz-Mechatroniker oder besuchen die Gewerbliche Schule in Tauberbischofsheim. pdw

Fränkische Nachrichten, Donnerstag, 23.02.2017

   © 2002 by LaBuMoTa e.V. •  labumota@hotmail.com