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initiiert und begleitet von den Kath. Dekanatsjugendreferenten, der KAB im Bezirk und der Kath. Regionalkonferenz
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Unterstützung im Beruf und im Leben

Stärkenentdeckungs-Parcours - Mehr als 500 Schüler aus dem ganzen Landkreis mit von der Partie


Ist es "meine Fantasie"? Ist es "mein Reden? Oder sind es "meine Zahlen"? Welche Stärken habe ich? Und was bedeuten sie für meine Berufsorientierung und Lebensplanung? Die genannten sind drei von sieben Stärken, die in einem Projekt zur Stärkenentdeckung einer näheren Betrachtung unterzogen werden.

Sein Name "komm auf Tour" appelliert nicht an den Sportgeist, aber er signalisiert Aufbruch und Aktivität. Seine Form ist ein Erlebnisparcours, der Schüler ab der siebten Klasse anregen soll, ihre eigenen Fähigkeiten und Interessen zu entdecken.

Derzeit gastiert "komm auf Tour" für drei Tage in Mosbach in der Sporthalle der Ludwig-Erhard-Schule. Aufgerufen teilzunehmen sind rund 550 Schüler aus dem gesamten Kreisgebiet, alle achten Klassen der Hauptschulen einschließlich der Klingeschule und der Nardini-Schule.

Zahlreiche regionale Akteure

Den Anfang haben am Dienstag Hauptschüler aus den Gemeinden Hardheim, Hettingen und Waldbrunn gemacht. Das Projekt ist ein Angebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und wird in mehreren Bundesländern und Regionen in Zusammenarbeit mit zahlreichen regionalen Akteuren aus den Bereichen Berufsorientierung und Lebensplanung durchgeführt.

Die regionale Schirmherrschaft im Neckar-Odenwald-Kreis haben das Landratsamt und die Stadt Mosbach übernommen; sie werden unterstützt von einer Reihe von Regionalpartnern und natürlich von den Lehrkräften, die - selbst in vorausgehenden Workshops instruiert - die Idee in den Schulen vor- wie nachbereiten. Auch die Eltern werden einbezogen.

Im Mittelpunkt steht eine aus sechs Stationen bestehender Erlebnisparcours, will sagen: ein Ankunftsterminal, eine Bühne, ein Zeittunnel, eine sturmfreie Bude, ein Labyrinth und am Ende ein Lebensmobile, umrahmt von bunten Schränken, in denen mit Hilfe von Materialcollagen ein Blick auf die sieben Stärken geworfen werden kann und was sie im Hinblick auf die Berufswahl bedeuten können.

Die Jugendlichen durchlaufen den Parcours in etwa zwei Stunden, wobei sie an jeder Station von eigens geschulten (Theater)pädagogen sowie den regionalen Mitarbeitern der kooperierenden Beratungsstellen begleitet werden. Spontan entscheiden sich die jungen Leute für Aufgaben, einzeln oder in der Gruppe. Da heißt es zum Beispiel in der "sturmfreien Bude": "Wer möchte shoppen gehen?" Überraschenderweise ist aber gerade das Abflussrohr in der Küche verstopft und muss repariert werden. Organisation, Absprache untereinander, Hilfeangebote, Ideen, handwerkliches Geschick - all das ist hier gefragt.

Wer das eine oder andere Geschick oder gar mehrere Stärken zeigt, bekommt einen entsprechenden Sticker, "Stärkepunkte", auf die Schulter oder den Rücken geklebt. Im Labyrinth heißt es: sich zurechtfinden, Entscheidungen treffen, Wege ausmessen. Hinter den Plexiglaswänden sind schemenhaft die Umrisse der Schüler zu erkennen. "Ich hab's", schallt es heraus. Gemeint ist wohl der einzig mögliche Ausgang. Übertragen auf die Idee des Projekts wäre genau das wünschenswert: "Ich hab's!"

Impulsgeber sein

Dabei wollen die Initiatoren nicht, was Maren Römer von der BZgA formuliert: "Wir wollen niemanden hier rausschicken mit einer konkreten Berufsempfehlung." Darum gehe es allenfalls in zweiter Linie. Impulsgeber zu sein trifft es besser. Die bisherigen Erfahrungen mit "komm auf Tour", das ursprünglich in Nordrhein-Westfalen entwickelt wurde und seit 2009 durch acht baden-württembergische Regionen tourt, sind positiv. Fast zwei Drittel der befragten Jugendlichen können sich die eigene Zukunft nun "ein bisschen besser vorstellen". Besonders auch den Teil der Zukunft, der nichts mit dem Beruf zu tun hat, sondern das Private, ja, Intime betrifft. Denn "dass man über Freundschaft, Zusammenleben, Liebe und Verhütung reden kann", haben 86 Prozent der Jugendlichen (erst) bei "komm auf Tour" erkannt.

Der Neckar-Odenwald-Kreis war wieder einmal schnell, als es darum ging, das Konzept im eigenen Landkreis durchzuführen. Landrat Dr. Brötel hatte sich Ende 2008 in Absprache mit OB Jann ans Ministerium für Arbeit und Soziales gewandt und die Zusage wenig später erhalten. Bürgermeister Keilbach: "Perfekt gemacht von allen Beteiligten." Auch die weiteren Kooperationspartner (Agentur für Arbeit Tauberbischofsheim, Kreishandwerkerschaft, Diakonisches Werk und Caritas Verband im NOK, IHK Rhein-Neckar sowie das regionale Netzwerk für arbeitsuchende Jugendliche LaBuMoTa) waren schnell gefunden.

Einige ihrer Vertreter demonstrierten ebenso wie das Staatliche Schulamt Mannheim in Person seiner am Starttag angereisten Leiterin Brigitte Frei ihren Zuspruch für das Projekt. Und dass auch noch der VRN mit kostenlosen Schülerfahrten zum Veranstaltungsort LES beisprang, unterstreicht, dass allen Mitwirkenden viel daran liegt. Spielerische Hilfestellung

Für Schirmherr Brötel gibt "komm auf Tour" spielerisch Hilfestellung für das ganz praktische Leben. "Es ist ein Projekt gegen die Beliebigkeit." (bru)



Fränkische Nachrichten - 20.10.2009

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