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Christine Nüse und Claudia John als Schulsozialarbeiterinnen in TBB tätig

Schüler können jederzeit zu uns kommen


Tauberbischofsheim. Soziales Lernen, Konflikttraining und Erlebnispädagogik - immer mehr Schulen im Landkreis setzen auf Schulsozialarbeit. In Tauberbischofsheim gibt es dies schon seit 13 Jahren: Dipl. Sozialpädagogin Christine Nüse (43) ist seit dem Jahr 2000 Schulsozialarbeiterin an der Pestalozzi-Werkrealschule. Als Ansprechpartnerin für Schüler, Eltern und Lehrer sieht sie ihre Aufgabe als Bindeglied zwischen Schule und Jugendhilfe.

Christine, wie sie von den Schülern genannt wird, ist es wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen das Gefühl haben, jederzeit zu ihr kommen zu können. So hat sie sich gegen feste Sprechstunden entschieden - ihre Tür steht immer offen. Das schafft Vertrauen und kommt bei den Schülern gut an: "Wir finden es toll, dass es bei uns Schulsozialarbeiter gibt. Sie helfen uns immer, zum Beispiel bei den Hausaufgaben oder wenn man ein Problem hat", sagen Mariana Malki (15) und Soad Korkis( 14).

Seit 18 MonatenMonaten arbeitet nun auch Dipl. Pädagogin, Claudia John(44) als Schulsozialarbeiterin an der Riemenschneider-Realschule und an der Christophorus-Förderschule in Tauberbischofsheim. Als die Nachfrage an dem von ihr betreuten Jugendhaus - aufgrund von Nachmittagsunterricht und -Betreuung an den Schulen - zurückging, fasste man den Entschluss, ihre Arbeit auf die Schule auszuweiten. Nun arbeitet sie 17,5 Stunden in der Woche an der Riemenschneider-Realschule und zwei Stunden an der Christophorus Förderschule. "Wenn die Schüler nicht zu uns kommen, müssen wir zu den Schülern kommen", so Michael Karle (43), Hauptamtsleiter der Stadt Tauberbischofsheim, unter anderem für Bildung und Betreuung zuständig. Und diese Entscheidung sei im Nachhinein genau richtig gewesen, denn die Angebote werden von den Schülern gerne und oft wahrgenommen. 370 formelle Gespräche Bei Claudia John bildet derzeit die Einzelberatung bei konkreten Problemen wie beispielsweise Konflikte unter den Schülern oder mit Lehrern, Mobbing, Konzentrationsstörungen oder Schulangst den Kern ihrer Arbeit. So wurden im Jahr 2011 über 370 formelle Beratungsgespräche geführt. Daneben finden Trainingseinheiten zu Konfliktfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit oder Selbstbewusstseinsförderung statt.

Allgemein setzt sich die Schulsozialarbeit aus vier Schwerpunkten zusammen: Der Sozialpädagogischen Gruppenarbeit, der Einzelberatung, der "Vernetzung", also die Schüler auch für andere soziale Dienste zu öffnen oder gegebenenfalls zu vermitteln, und der offenen Jugendarbeit. Es werden auch zahlreiche Projekte durchgeführt: An der Pestalozzi-Werkrealschule gehen die Schüler im Rahmen der Erlebnispädagogik beim "project adventure" gemeinsam klettern und erlernen so Fähigkeiten wie Team- und Kooperationsfähigkeit. Beim Patenschaftsprogramm betreuen die Achtklässler die Fünftklässler und helfen ihnen beim Start in der neuen Umgebung. Außerdem werden Streitschlichter ausgebildet und jede Woche findet ein gemeinsames Essen mit gesunden Lebensmitteln statt. Jugendhaus Claudia John betreut außerdem weiterhin das städtische Jugendhaus neben der Stadthalle. Dieses hat von Dienstag bis Freitag zwischen 14.30 bis 18 Uhr mit Internetcafé, Tischtennis, Kickertischen und Tanzraum geöffnet. Außerdem werden unter anderem Bastelnachmittage, gemeinsames Kochen oder Spielen im Freien angeboten. Jeden Dienstag findet immer der Bewerbungsladen mit dem LaBuMoTa e.V., Netzwerk für Arbeitssuchende Jugendliche, statt.

In Zusammenarbeit mit dem Jugendhaus wird an der Riemenschneider-Realschule und der Christophorus-Förderschule das Projekt "Soziales Engagement" mit dem Programm "Generation plus" angeboten, bei dem die Jugendlichen soziale Kompetenzen mit älteren Menschen beispielsweise durch Besuche in Altenheimen erlernen. Ziel für die Pädagoginnen ist, dass die Schüler die Schule mit einem Abschluss verlassen. Dies ist nur möglich, wenn sie sich sowohl in der Schule als auch privat wohlfühlen, sagt Christine Nüse. Dies ist Aufgabe der Schulsozialarbeit. Genauso wichtig sei es, die Fähigkeiten jedes einzelnen Kindes zu erkennen. Gerade bei Kindern die sich in der Schule eher lernschwach zeigen, müsse man die besondere Begabungen, die in jedem stecken, herauskitzeln und fördern. Sie sind sich einig, dass Schulsozialarbeit auch für andere Schulen zu empfehlen sei. Man müsse von der Meinung wegkommen, dass Schulsozialarbeit nur an Problemschulen nötig sei. Vielmehr ist die Sozialarbeit eine gute Institution für Lehrer, Schüler und Eltern und sollte als Qualitätsmerkmal einer Schule angesehen werden.

Zu Beginn wurde die Schulsozialarbeit in Tauberbischofsheim als Projekt vom ESF (Europäischer Sozialfonds), der Stadt Tauberbischofsheim und dem Landkreis finanziert. Mittlerweile hat auch das Land die Notwendigkeit von Schulsozialarbeit anerkannt und sich an der Finanzierung mit 30 Prozent beteiligt. Den Rest teilen sich der Landkreis mit 30 Prozent und die Stadt mit 40 Prozent.

Fränkische Nachrichten, Donnerstag, 11.10.2012

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