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Zweites "Meet & Eat" in TBB

Jugendliche aus der Stadt und junge Asylbewerber kochen gemeinsam - Viele Kontakte geknüpft


Tauberbischofsheim. Schon zum zweiten Mal hieß es im Winfriedheim "Meet & Eat". Eingeladen waren Jugendliche, die etwa 15 bis 20 Jahre alt sind, gerne Gleichaltrige treffen, gemeinsam kochen und essen.

Soweit vielleicht nichts Besonderes - aber nur auf den ersten Blick. Denn in der Küche standen und schnippelten junge Leute aus Syrien, Afghanistan, dem Kosovo, aber auch aus EU-Mitgliedsstaaten wie Tschechien gemeinsam mit deutschen Jugendlichen. Im Alltag begegnen sie sich nicht, denn die einen besuchen die sogenannte Vabo-Klasse an der Gewerblichen Schule in Tauberbischofsheim zum Erwerb deutscher Sprachkenntnisse oder besuchen derzeit keine Schule, die anderen sind einheimische Jugendliche, die hier leben und zur Schule gehen.

Nach Schulschluss bleibt man meistens unter sich. Mit diesen Kochtreffs soll eine kleine Brücke in Richtung Integration gebaut werden.Gemüsesuppe, Nudeln mit Hackfleischsoße, Obstsalat und Waffeln standen diesmal auf dem Speiseplan.

Aber bevor es ans Kleinschneiden, Rühren und Kochen ging, gab es eine Kennlernrunde mit Spielen. Ungewohnte Namen und Laute auf beiden Seiten - da halfen fürs Erste Namensschilder und Eselsbrücken, um sich alles merken zu können. Große Anerkennung für die Fortschritte erhielten diejenigen, die erst seit Februar in der Gewerblichen Schule Deutsch lernen. Dank ihrer sprachlichen Fortschritte waren sie willkommene Übersetzer für die Neuen, die erst seit kurzer Zeit hier sind.

Unverzichtbar sind bei solchen schulpastoralen Veranstaltungen wie dieser folgende Voraussetzungen: Räumlichkeiten, die kostenfrei genutzt werden können. Sponsoren, die den Einkauf der Zutaten ermöglichen. Personen, die sich in ihrer Freizeit für die Jugendlichen engagieren. Und nicht zuletzt Teilnehmer, die sagen: Da mach ich mit. All diese Bedingungen sind bei diesem Projekt erfüllt: Die katholische Kirchengemeinde stellt den Saal und die Küche zur Verfügung, der Verein LaBuMoTa hilft finanziell und personell sowie Lehrkräfte der Gewerblichen Schule in Tauberbischofsheim in Punkto Pädagogik und Organisation - sie alle unterstützen in ihrem Bereich und tragen so dazu bei, dass Gemeinschaft entstehen kann. Der Name ist Programm: Meet & Eat.

Das Kochen und Essen ist wichtig, aber noch wichtiger ist, dass beim gemeinsamen Tun und anschließendem gemeinsamen Essen Begegnung entsteht - miteinander, mit der noch fremden Sprache, mit der deutschen Kultur. So ist das Projekt auch nicht als Koch-"Kurs" zu verstehen, sondern als eine Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen. Denn das ist für jugendliche Flüchtlinge kaum möglich - einmal ganz abgesehen davon, dass diese ihren Alltag und ihre Haushaltstätigkeiten selbstständig erledigen im Gegensatz zu manchen deutschen Gleichaltrigen.

Die Jugendlichen zogen jedenfalls eine positive Bilanz: "Also ich fand das Kochen mit den Flüchtlingen war eine wertvolle Erfahrung, da ich bemerkt habe, dass sie nicht nur unter sich sei n wollen, sondern sich auch mit Menschen aus Deutschland unterhalten wollen. Man kann daraus lernen, dass man nicht immer alle Leute über einen Kamm scheren und Vorurteile haben sollte. Und ich wäre bei einer Wiederholung mit dabei", so Alina. Und Alexia meinte: "Ich fand das Kochen echt super. Ich habe sogar noch Kontakt mit denen, die ich dort kennengelernt habe. Und ich würde mich sehr darüber freuen, wenn so etwas nochmal stattfinden würde und wäre selbstverständlich sofort dabei."

Fränkische Nachrichten, 10.09.2015

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