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"Future" lockt auch jüngere Besucher

Daniel Kron gewährte einen Einblick in seine Arbeit mit den Jugendlichen


"Ich habe festgestellt, wie wichtig es ist, den Jugendlichen einen Raum anzubieten, den sie als Ruhe- oder Treffpunkt nutzen können. Einen Raum, in dem sie die Möglichkeit haben, in einer angenehmen Atmosphäre, auch außerhalb der Schule, wichtige soziale Kompetenzen erfahren zu können, zu erlernen und zu stärken." Diese Zwischenbilanz zog Daniel Kron, seit einem halben Jahr Leiter des Osterburkener Jugendzentrums "Future", in der Gemeinderatssitzung am Dienstag. Feststellen lässt sich diese Notwendigkeit laut Kron nicht nur an der stetigen Frequentierung des Jugendzentrums - die Jugendlichen selbst würden immer wieder die Bedeutung, die "Future" für sie hat, zur Sprache bringen.
Das Zentrum gehört zum Bereich der offenen Jugendarbeit und legt den Arbeitsschwerpunkt auf die Integration Jugendlicher mit Spätaussiedlerhintergrund. Dabei geht es nach Angaben des Diplom-Sozialpädagogen nicht nur darum, die Jugendlichen von der Straße "weg zu holen", sondern vor allem um das Anbieten eines besonderen Lern- und Erfahrungsfeldes mit Freizeitcharakter. Damit sich gerade diese Jugendlichen "nach außen zu öffnen lernen" regte Stadtrat Dr. Xaver Nafz an, "Schnittstellen mit Vereinen zu suchen", was auch Kron als "sinnvoll" ansieht. Osterburkens Bürgermeister Jürgen Galm hat sich ein Bild von dieser Problematik gemacht und weiß, dass diese Wand "schwer zu durchbrechen ist". Deshalb habe er "genau das" dem Leiter des Jugendzentrums "ans Herz gelegt". Durch das offene Angebot steht den Jugendlichen ein Raum zur Verfügung, der neben einer sinnvollen Freizeitgestaltung auch Teamgeist, Toleranz und Kommunikationsfähigkeit fördert.
Für Probleme der Jugendlichen haben Kron und seine Mitarbeiterin Irina Kreps, eine Praktikantin im Anerkennungsjahr, stets ein offenes Ohr. "Fast täglich wird Alltagsberatung geleistet." Beide stehen im Kontakt mit Fachstellen, darunter die Arbeitsagentur, die Jugendgerichtshilfe und LaBuMoTa.
Freiwilligkeit, Lebensweltorientierung, Offenheit und Partizipation lauten die Prinzipien, die im "Future" gemäß der offenen Jugendarbeit gelten. "Das Jugendhaus wird täglich von 20 bis 40 Jugendlichen zwischen zwölf und 20 Jahren aufgesucht, wobei das Durchschnittsalter bei 16 Jahren liegt." Nicht nur aus Osterburken, sondern auch aus Adelsheim und sogar aus Hardheim kommen die Besucher ins Zentrum. "Dabei ist der Anteil der Mädchen relativ hoch. Er liegt bei 30 bis 40 Prozent", so Kron. Der Hauptanteil der Besucher entspricht der Zielgruppe, auf die sich der Focus des Projektes richtet, und liegt bei über 90 Prozent.
Als erfreulich bezeichnete der Leiter der Jugendzentrums den Zuwachs von jüngeren Besuchern seit Anfang des Jahres, nachdem anfängliche Versuche, Angebote für Kinder ab neun Jahren zu bieten, keine Resonanz fanden. In diesem Zusammenhang sprach Kron auch von einem "Generationswechsel", der seit der Wiedereröffnung im September im Jugendzentrum stattgefunden hat. Die damals "Kleinen" seiner Vorgängerin sind nun die "Großen". Neben Bastelutensilien, Karten- und Brettspielen stehen zwei Kickertische, ein Billardtisch, ein Basketballkorb, eine Dartscheibe und eine Tischtennisplatte zur Verfügung. Dazu besteht die Möglichkeit, an zwei Computern im Internet zu surfen. Es gibt einen "Mädchennachmittag". Und natürlich spielt auch Musik während des offenen Treffs eine wichtige Rolle.
Einmal pro Woche wird gemeinsam gekocht - und auch fürs Kreative, beispielsweise ein Nähkurs, ist Platz. Die Jugendlichen können im "Future" Bewerbungen schreiben und erhalten Unterstützung beim Übergang in den Beruf. Die Schüler der "Schule am Limes" können montags, dienstags und donnerstags ihre Mittagspause im Jugendzentrum verbringen - zwischen zehn und 40 Schüler nutzen diese Möglichkeit.
"Über das Landratsamt konnten wir einen Sprachförderunterricht für Schüler mit Migrationshintergrund von der ersten bis zur fünften Klasse initiieren", freut sich Kron, der nicht unerwähnt lässt, dass die Arbeit mit einem Teil der Jugendlichen geprägt ist von "diffiziler Kleinarbeit" im "niederschwelligen Bereich". Dabei geht es darum, im Laufe des Beziehungsaufbaus bestimmte Verhaltensweisen zu ändern oder zu stärken." Dabei gilt es, notwendige Werte und Normen für ein geregeltes Miteinander zu beachten.
"Der respektvolle Umgang miteinander und das Unterlassen von Gewalt stehen an oberster Stelle", betonte der Sozialpädagoge.
Fränkische Nachrichten - 10.04.2008

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