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Die Kirche als zentraler Ort der Hoffnung?

Frühschoppengespräch der KAB und des Bildungswerks über Umbrüche in der Gesellschaft


In einer nunmehr 20-jährigen Tradition greifen Katholisches Bildungswerk und Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) bei ihrem alljährlichen Frühschoppengespräch ein aktuelles sozialpolitisches und/oder kirchliches Thema auf, um sich in einer offenen Gesprächsrunde damit auseinander zu setzen. Das diesjährige Frühschoppengespräch, zu dem knapp 20 Interessierte ins Impfinger Ristorante "Grissini" gekommen waren, beschäftigte sich mit dem Thema "Dem Menschen Hoffnung geben - Wo Kirche lebendig wird". Als Gesprächspartner hatten sich Pfarrer Wolfgang Streicher (Koop.) und KAB-Mitarbeiter Bernhard Speck zur Verfügung gestellt. In einem Impulsreferat umriss Bernhard Speck, gleichzeitig auch Pfarrgemeinderatsvorsitzender von St. Nikolaus Impfingen, zunächst den Standpunkt sowie die Vorschläge der KAB zu dieser Thematik. Bei der Suche nach verlässlicher Orientierung, nach Geborgenheit, nach Hoffnung und Halt in ihrem Leben, stehe bei vielen Menschen angesichts der Massenarbeitslosigkeit und des "Raubtierkapitalismus" die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes und der damit verbundene soziale Abstieg im Vordergrund. Aufgrund der sozialen Ausgrenzung und der Spaltung der Gesellschaft - Reiche werden reicher und Arme werden zahlreicher - greife Existenzangst um sich. Bei ihrer Entwicklung weg von der Volkskirche und vom Traditionschristentum, in einer Epoche des Mangels an Priestern, Gläubigen und Geld und herausgefordert seit Jahrzehnten durch tiefe Umbrüche und Verunsicherungen, werde die Kirche heute oftmals weder als Ort der Hoffnung und Freude noch als Halt in existenziellen Nöten empfunden. Der christliche Glaube müsse immer wieder neu im gemeinsamen Handeln für eine solidarische und gerechte Welt entdeckt werden. Im Sinne der Soziallehre der Kirche, so fuhr Bernhard Speck fort, setze sich die KAB für den Erhalt des Sozialstaates, für soziale Gerechtigkeit ein. Arbeitsloseninitiativen und -projekte sollen den Arbeit Suchenden vor Ort helfen, wie etwa die Aktion LaBuMoTa, die besonders Jugendliche bei ihrer Suche nach einem Ausbildungsplatz berät und unterstützt. Verbände wie die KAB seien in dieser pluralen Welt eine unverzichtbare Sozialform der Kirche sowie der demokratischen Gesellschaft. Die KAB als Verband innerhalb der Kirche verstehe sich als Stimme und Anwalt der Arbeitslosen, der sozial Schwachen, der Ausgegrenzten. Mit diesem Einsatz im Sinne des Evangeliums werde Kirche lebendig und trage die KAB zur Glaubwürdigkeit der Kirche bei, so Speck abschließend. Pfarrer Wolfgang Streicher betonte, dass es vielen Gläubigen weh tue, wenn Traditionen verloren gingen. Veränderungen gebe es in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens, auch in der Familie. "Wir erfreuen uns sehr langer Friedenszeiten, deshalb werden Veränderungen besonders stark empfunden." Die Kirche reagiere auf diese Umbrüche und möchte Orientierung und Hilfe geben. Das sei gut so. Mit den pastoralen Leitlinien und den Gedanken zu "Aufbruch im Umbruch" habe Erzbischof Dr. Robert Zollitsch eine ermutigende Antwort auf die kirchlich-gesellschaftliche Situation gegeben. Abschied von liebgewordenen Traditionen dürfe nicht nur als Verlust, sondern auch als Chance gesehen werden, erklärte der Geistliche. Allerdings sollte bei den Veränderungen auf das Tempo geachtet werden. Die Seelsorgeeinheit sei ein Modell, mit den veränderten Bedingungen besser fertig zu werden. Die Priester sollten als Vorbilder bei diesem schwierigen Umgestaltungsprozess klare Worte finden. Organisationen, die in christlichen Werten wurzeln, wie Caritas, KAB, LaBuMoTa, Kolping, Beschützende Werkstätten und andere würden Menschen in Not Hilfe und damit Hoffnung geben. Auch wenn das Leben häufig mit Kämpfen verbunden sei, auch wenn Anfechtungen und Modeerscheinungen die Wertvorstellungen beeinträchtigten, müsse das Evangelium der Motor für das Leben sein und bleiben, erklärte Pfarrer Streicher. Die sich anschließende, rege Diskussion war geprägt durch eine große Themenvielfalt, durch manche kritische, aber stets sachliche Stellungnahme sowie durch das Bemühen, die Probleme offen und lösungsorientiert anzusprechen. Die Diskussionsredner sprachen unter anderem folgende Punkte an: Die katholischen Kirche im Vergleich mit anderen Religionen, Wunsch und Wirklichkeit bei der Aufrechterhaltung von kirchlichen Traditionen (drei Pfarrer und acht Gemeinden), Priestermangel, Wortgottesdienste, Requiem bei Beerdigungen als Chance für "Fernstehende", Zusammenarbeit Kirche und Vereine, Leistung der Vereine für Gesellschaft, Sonntagskultur, Einfluss der Medien auf religiöse Bindungen, Familie und religiöse Erziehung, Familie und Arbeitslosigkeit (Kinder und neu erbautes Haus, Sozialabstieg), Leistungsdruck (mehr arbeiten für weniger Geld), Kaufzurückhaltung, Gewerkschaft und Kirche, Verhalten von Betrieben (Betriebsrat), Vorbildfunktion von teilweise orientierungslosen Politikern, Hilfe der Kirche auf der Suche nach Werten. ga Fränkische Nachrichten - 06.03.2006

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